Wie ich Satan über den Tisch zog

Mal eine Frage an Theologen, Ethiker und vordringlich auch an Rechtswissenschaftler: Muss ich eigentlich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich einen bundesweit nicht unbekannten Unterhaltungselektronikmarkt um eine Playstation 2 behumpst habe?

Kurz zum Hintergrund: Ich habe mir eine PS2 im Bundle mit „Buzz – Das Musikquiz“ gegönnt und bin an der Kasse überraschenderweise statt der erwarteten 159 nur um 55 Euronen gebeten worden. Und obwohl ich vor lauter Aufregung prompt meine EC-Karten-Pin falsch eingegeben hatte und den zwei (!) Ladies an der Kasse damit unfreiwillig noch mehr Bedenkzeit einräumte, scheiterte der Tausch Ware gegen Geld nicht am schnäppchenesken Preis. Größer als die Zweifel Zweifel an der Preisgestaltung der Spieleabteilung war allemal das Gegacker über meine falsche Pin-Eingabe.

Doch der Triumph über die geschenkte Playstation verflog schnell. Als Sohn eines Amtsgerichtsdirektors schlagen mir solche krumme Geschäften gleich auf den Magen und spätestens am nächsten Morgen auch aufs Gewissen. Wer muss für diesen Deal am Ende haften? Der spendable Leiter der Spieleabteilung? Die gackernden Kassiererinnen? Wahrscheinlich und gerechterweise doch der gollumgleiche Käufer, der sich an der Kasse lieber auf die Zunge biss, als auf den doch so augenfälligen Differenzbetrag hinzuweisen. Die Schergen des Handelsriesen werden mich bestimmt früher oder später erwischen… nicht zuletzt meine EC-Karte wird sie auf meine Spur bringen. (Merke: beim nächsten Elektronik-Einkauf immer genug Bargeld dabei haben!)

Wenn ich also demnächst nichts mehr posten werden, hat mich die Polizei bereits in ein dunkles Verlies geworfen. Wahrscheinlich komme ich nicht einmal mehr dazu, die neue PS2 auszuprobieren. Schließlich handelt es sich ja um ein Weihnachtsgeschenk von Mutti, das ich mir traditionellerweise immer nach reiflicher Überlegung selbst beschere.

P.S. Immerhin ist mein Gewissen gegenüber Mutti rein. Ein Kollege, den ich namentlich lieber nicht nennen will, hatte mir doch tatsächlich die Frage gestellt, ob ich der Frau Mama denn reinen Wein eingeschenkt oder aber die gesparten 105 Euro selbst eingestrichen hätte. Natürlich hab ich mir nur 55 Euro wiedergeben lassen – und gleich noch 59 Euro für „Singstar Legends“ in Empfang nehmen dürfen. Muttis lassen sich doch auch nicht lumpen!

Advertisements

Eine Antwort zu “Wie ich Satan über den Tisch zog

  1. Pingback: … muss man dazu noch was schreiben? « Sinnfrei 2.0 (Leider langweilig)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s