Monatsarchiv: Dezember 2006

Weihnachten war cool

Torfrock

Geile Überschrift, oder? Erst recht, wenn man sie schon am 22.12. schreiben kann. Torfrock in der Alsterdorfer Sporthalle. Was haben wir Spaß gehabt. Martin voll wie eine Strandhaubitze, rund wie ein Buslenker –  und ich durfte immer Bier holen. Ich sach nur: „Jeden Tag hol ich den Presslufthammer…“ Und zum ersten Mal seit 25 Jahren war Schnittenalarm. Nicht, dass ich gar nicht wusste, wo ich zuerst hingucken sollte mich dass interessierte, aber ich wollte es nur mal anmerken. Alle Hits dabei: „Rollo, der Wikinger“, „Renate“, „Butterfahrt“, „Carola“. Ansonsten brechend voll und bei der vorletzten Zugabe vier Frauen in Leder. Wie einst schon MC Winkel sagte: Mein Bademantelgürtel ist riesig im Vergleich zu diesen Tops. Weihnachten war nie schöner. Komm jetzt rüber mit 2007! Danke für nix!  Gesundheit!

Fuuhlipided oder als Schwiegervater doch nicht pöbelte

Manchmal überkommts mich, dann muss ich einfach ein paar verrückte Sachen machen. Dann lass ich im Bett die Socken an, mach kein Handzeichen, wenn ich mit dem Fahrrad rechts abbiege oder beleg die gute Wagner-Pizza noch mit extra Käse. Auch gestern verspürte ich wieder den Drang, über die Strenge zu schlagen. Deswegen hab ich’s dann getan: Ich war auf einem Helmut-Lotti-Konzert!

Okay, Spaß beiseite. Da ich nicht zu den Leuten gehören, die sich mit einer Selbstbeschreibung à la „Ich bin irgendwie crazy und mache dauernd verrückte Sachen“ erblöden, war der Helmut-Lotti-Ausflug nicht wirklich ein Akt des freiwilligen Grenzüberschreitens. Vielmehr ist die Chefin krank geworden (zumindest simulierte sie äußerst geschickt einen Tag vorher eine akute Bronchitis) – und so musste ich einspringen, Schwiegereltern und Mutti auf das Konzert des belgischen Stimmwunders zu begleiten.

Zugegeben: Ich war von Beginn an von Vorurteilen zerfressen. Ich erwartete einen äußerst langweiligen Abend voller belangloser Lieder im Kreise schunkelnder Senioren und vorzeitig vergreister Hausmütterchen. Rückblickend muss ich aber sagen: Genauso kam es auch. Vor Beginn des Konzerts war ich noch halbwegs frohen Mutes, erhoffte ich mir doch ein Best of der schönsten Weihnachtslieder – für die ich ja zugegebenermaßen eine leichte Schwäche habe (wenn ich am 23. nach Hause zu Mutti fahre, plärrt immer Reas „Driving Home for christmas“ aus meiner viel zu teuren Bose-Soundanlage). Die Hoffnung erstarb jedoch schnell, als der schmächtige Belgier ankündigte, die größten Hits der „Crooner“ sowie neueste Werke aus eigener Feder anzustimmen. Mit erstaunlicher Sicherheit schaffte es Lotti, aus dem Repertoire der „Crooner“ immer die langsamsten und einschläferndsten Songs auszuwählen. „Wonderful World“ von Louis Armstrong gehörte schon zu den schmissigten Wachmachern.

Ganz finster wurde es aber, wenn es mal wieder ans eingemachte Eigenkomponierte ging. Helmut Lotti schreibt zwei Arten von Songs: Schnulzige Liebeslieder und jene mit einem Augenzwinkern, die uns sagen wollen, dass das Leben doch nicht so schlimm ist. Die wurden dann eingeleitet von Sätzen wie „Es ist nicht alles perfekt. Aber richtige Probleme sind Krankheiten oder Krieg. Ein Kratzer im Lack ist doch kein Problem. Deswegen sag ich: Take it with am smile“. Dann folgte eine Komposition, die wie einst „Don’t worry be happy“ mit Ohrwurmqualität gute Laune verbreiten sollte – leider aber daran krankte, dass sie weder Ohrwurmqualität hatte noch gute Laune verbreitete.  Erste Langeweile machte sich breit, Schunkel- und Klatschansätze erstickten nach wenigen Sekunden. Aber von allen Seiten wisperte es immer „Hat er nicht eine fantastische Stimme?“, „Ganz toll diese Stimme“, „Was kann der Mann doch singen“.

Aber reden kann er auch, der kleine Knödler aus Belgien. Zuerst hab ich mich noch gewundert, dass er vor jedem Song erklärte, worüber er eigentlich gleich singen wird. Es ging zum Beispiel um einen Jungen, der zu seiner großen Liebe betet oder dass man auch nach Niederlagen weitermachen sollte. Schnell wurde mir der Sinn dieser einleitenden Worte klar: Keiner der Songs war auf deutsch – und das Publikum machte nicht den Eindruck, Englisch im Allgemeinen und Lottis Akzent im Speziellen zu verstehen. Mir ging es ähnlich: Erst nach einem Blick auf sein Album bei Amazon wurde mir klar, dass der „Kopf hoch“-Song „Fuuhlipided“ eigentlich „Full speed ahead“ heißen sollte. Die „Crooner“ hielt ich den ganzen Abend für dahergelaufene „Kruler“. Aber wer so eine Stimme hat, muss ja auch nicht noch englisch sprechen können.

Ich konnte mich ja den ganzen Abend des Eindrucks nicht erwehren, dass es Lotti teilweise selber kreuzpeinlich ist, was er da so zum Besten gibt. Dass er keinen Bock mehr hat auf die Schmachtschnulzen, auf die langen Schlangen der Damen, die ihm Rosen überreichten (ich dachte, dieser Brauchtum wäre mit der Hitparade längst ausgestorben) und seine erstaunlich jungen Groupies in der ersten Reihe („Hallo Dagmar, schön, dass du auch wieder da bist“). Der Lütte träumt bestimmt davon, mal wie Henry Rollins auf der Bühne richtig auszuflippen – weiß aber ganz genau, dass ihn seine Fans schon lynchen würden, wenn er was von den Scorpions covern würde. Aber klar: Die Stimme ist schon toll!

Der zweite Teil geriet zum Glück dann nicht mehr ganz so einschläfernd, die Ryhtmen wurden ein wenig nach oben hin angepasst. Schon verlor ich zu beiden Seiten meine Mitstreiter im Kampf gegen das große Gähnen. Rechts legte sich Mutti ins Zeug – in der Pause hatte sie noch den Schnulzenoverload beklagt… und nun klatschte sie sogar mit. Meine Hoffnung saß links: Schwiegervater hatte  sich beim Toilettengang in der Pause ebenfalls noch enttäuscht über das Programm („Aber ’ne tolle Stimme hat er ja schon…“) geäußert. Und für einen kurzen Moment dachte ich dann, dass er vor lauter Gnatz gegen den kleinen Belgierdas Pöbeln anfängt. Nach der ersten Begeisterung für so viel Engagement fiel mir dann aber schnell auf, dass er aber einfach nur lauthals „Go, tell it on the mountain“ mitsang. Ich war allein…

… aber immerhin sicher. Denn auch das langweiligste Konzert geht irgendwann zu Ende. Und wer wissen will, wie sich wohl eine Massenpanik in einem vollbesetzem englischen Fußballstadion anfühlt, sollte mal gemeinsam mit Helmut-Lotti-Fans einen Saal verlassen. Da wurde gestoßen, geboxt, gedrängelt – Senioren verstehen da kein Spaß mehr… noch weniger als das Englisch vom Wurzelgnom aus Belgien. Aber tolle Stimme, schon klar…

Aus aktuellem Anlass: Eine dringende Warnung!

Vergesst Sauron, King Kong oder die Borgs… hier kommt ein weitaus tückischeres Wesen, dass die Wälder im hohen Norden unsicher macht – und nur von speziell ausgebildeten Jägern zur Strecke gebracht werden kann. Und das alles nur, um es anschließend in die ganze Welt zu exportieren. Genug der Vorrede: Hier das schockierende Video über das letzte Ungeheuer unserer Zeit:

Wer das noch halbwegs amüsant fand, wird beim zweiten Teil sicherlich weiche Knie bekommen. Merke: In seiner Nähe lieber nicht rauchen, trinken und immer schön leise sein…

Aufregender Verkehr

Gerade dem Newsletter der empfehlenswerten Autokiste entnommen: Wer über chaotische Verkehrsbedingungen hierzulande schimpft, über zu viele Ampeln und Schilder klagt und sich über rücksichtslose Zweiradfahrer ärgert, könnte an diesem Video gefallen finden:

Kieler haben alle einen an der Latte

Es ist Samstag, die Chefin ist nicht zuhause und die Nacht ist mein Freund. Was macht ein echter Langeweile-Blogger in dieser Situation? Genau, er sitzt zuhause vorm Computer! Aufregend, oder?

Andere setzen bei der Samstagabend-Gestaltung gänzlich andere Prioritäten… womit wir auch endlich beim eigentlich Thema dieses Postings wären. Ich hab nämlich gerade zweierlei entdeckt: Uber-Blogger McWinkel kann auch rappen und Videos gibt’s nicht nur bei Youtube, sondern auch bei Sevenload. Jetzt scheiter ich gerade daran, McWinkels Song „Immer wieder Sonntags“ mit dem embedded Player hier einzubinden. Heraus kommt aber immer nur dieser Link:  

Link: sevenload.de

oder dieser (verdammt ähnliche)

Link: sevenload.de

Okay, die Beats und Rhymes haken (jaja, liegt auch an Sevenload) und das Video sieht aus wie aus den Anfangszeiten vom Offenen Kanal Bad Segeberg – aber trotzdem hat’s das kleine Machwerk geschafft, die blöden Bochumer Fan-Gesänge aus meinem Gehörgang zu verdrängen. Auch dafür verneige ich mich vor Jopi Winkel! Und jetzt alle klicken und gut finden!

 P.S. Würd mich freuen, wenn sich jemand meldet und mir erklärt, wie man Sevenload geschmeidiger mit und auf WordPress einbinden kann! 

… muss man dazu noch was schreiben?

Da dachte man als HSV-Fan, viel schlimmer könne es eh nicht kommen… und dann kam der 15. Spieltag gegen Bochum: Niederlage gegen einen direkten Absitegskonkurrenten, gegen den man nie hätte verlieren dürfen… verdiente rote Karte für den ansonsten guten Kapitän van der Vaart und offensichtlich auch noch eine schwerere Verletzung bei Benjamin. Und ich hab die ganze Zeit den blöden Gesang der noch blöderen Bochum-Fans im Kopf (zur Melodie von Flipper): „Wir singen Hamburg, Hamburg – zweite Liga! Wie ist das schön, Euch nie mehr zu sehen…“ Das scheint echt der Liga-Hit 2006 zu sein.

Kann man irgendetwas positives mitnehmen? Immerhin ein Tor geschossen? Immerhin in der 2. Halbzeit mal 15 Minuten Hacke-Spitze gespielt? Mir fällt überhaupt nichts positives mehr ein. Ich geh mal eben kotzen heulen…

P.S. – der Ehrlichkeit halber: Falls nach der PS2-Aktion jemand Zweifel daran haben sollte, dass ich ne ganze linke Bazille bin – ich hab bei bwin auf Bochum gesetzt und den Judas-Lohn eingestrichen. Würd‘ das Geld aber wirklich gern für den Kauf eines neuen Torwarts oder eines neuen Stürmers spenden… vielleicht bewahrt mich das ja vor der Hölle (mit der singenden Xmas-Einpeitscherin Nicole) *zitter*

Alles kapott

Ja, ich weiß – sieht hier an manchen Stellen etwas runtergekommen aus… sämtliche Youtube-Videos funktionieren momentan nicht. Während wir die Daumen drücken, dass das bewegte Bild demnächst wieder erscheint, könnte ich solange ja pantominisch etwas vorführen. Ich fang mal an:

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Das war gerade ein Drache, der gegen eine Ork-Armee kämpft und dabei vom Himmel fällt. Hat man das erkannt? Okay, also doch lieber doller Daumen drücken, dass die Videos bald wieder gehen…