Große Momente der Weltgeschichte

Die wahrlich großen Geister der schöngeistigen Literatur hatten bekanntermaßen ihre wertvollsten Eingebungen immer auf dem stillen Örtchen. Wieder ein Beleg dafür, dass ich nicht dieser Gruppe zähle. Denn meine kleinen Geistesblitze hab ich – wenn überhaupt – immer nur auf dem Fahrrad. So wie eben. Ich glaube, es war sogar eine sehr große Eingebung. Kategorie „Grimme-Preis“ mit Tendenz zu „Pulitzer“. Isch schwöre. Aber bis ich erstmal am Rechner saß und meine Gedanken in Tastendrucke umsetzen konnte, war schon alles weg. Rudimentär erinner ich mich noch an zwei Sachen:

1. Es ging um die groß angekündigte Sturm-Arie namens „Kyrill“, die in diesen Stunden eigentlich Hamburg hätte heimsuchen müssen, sich aber als laues Lüftchen mit mäßigem Beregnungsfaktor entpuppte. Ich glaube, ich fühlte mich zwischenzeitlich schuldig, weil ich am allgemeinen Panicmaking aktiv beteiligt war (ich gebs zu: meine heutige Nachrichtenschicht war fast genauso stressig wie an 9/11) und im nachhinein zur Überzeugung gekommen bin, dass mittlerweile jeder halbwegs kräftige Wind zum Todes-Orkan hochstilisiert und auch jeder Flockenfall als Schneechaos verwurstet wird. „Schuldig im Sinne der Anklage“ war wohl das, was mir auf dem pedalbetriebenen Weg nach Hause in den Sinn kam. Im Nachhinein zeigte es sich aber, dass „Kyrill“ nur Hamburg links liegen ließ und in Restdeutschland umso stärker zuschlug. Insofern Gewissen wieder halbwegs beruhigt. 

2. Musste ich (und hier kommt der Gedanke, vom dem ich spontan annehme, dass er sich zur Abwechslung mal lohnt, weiter verfolgt zu werden) beim Nachhauseradeln nebst mp3-Beschallung an Nick Hornbys „High Fidelity“ denken musste. Genau – an die fast schon sprichwörtlichen „Top Five“-Listen. Hab nämlich gerade (ich schäm mich jetzt einfach mal nicht) Seals „Newborn Friend“gehört und spontan entschieden, dass dieser große Song in meine persönliche „Top Five“ gehört. Also in die echte „Top Five“, die in irgendeiner Weise auch den eigenen Lebensweg, den Lebenswandel, die Selbstfindung – ach keine Ahnung, einfach die persönlichste Track-Auswahl symbolisiert, die mit dem momentanen Zeitgeist nicht viel zu tun haben. Quasi die eigenen Milestones des Musikgeschmacks – ich kanns nicht besser in Worte fassen.

Zum Punkt kommend: Ich kann bisher nur drei der verlangten fünf Hits benennen. Die da wären:

1. Dr. Dre „Nothing but a G thang“ (Meine Rap-Phase)

2. Seal „Newborn Friend“ (Meine melancholische Phase, begünstigt duch die bis heute einzig gute ZDF-Serie „Unter 30“)

3. Badtown Boys „My Baby loves me“ (Meine Soft-Punk-Phase)

3. Fettes Brot „Jein“ (Für viele tolle Partys)

Die nächsten zwei Lieder lass ich mir noch mal durch den Kopf gehen. Das ist schließlich nichts, was man in bierseliger Laune übers Knie brechen sollte. Aber falls das hier überhaupt jemand lesen sollte – Ihr könnt gerne mal Eure eigenen Top-Five-Listen posten. Würd‘ mich freuen…

Nachtrag: Im Bett fiel mir noch der nächste „must have“-Song ein:

4. U2 „Beautiful day“ (Mein Favorit nach dem genialen Konzert in Berlin)

Jetzt fehlt also nur noch der 5. Song. Ob das irgendwas aktuelles von Placebo oder oder Kaiser Chiefs sein sollte? Was altes aus NDW-Zeiten? Ein Schlager, den ich früher auf NDR2 per Cassette mitgeschnitten hatte? (Okay, für „Santa Maria von Roland Kaiser würd‘ sogar ich mich heute schämen). Eigentlich gehört ja noch was von den Ärzten oder Sportfreunde Stiller dazu. Ein Hamburg-Lied von Kettcar oder Lotto? Oder etwa was von Torfrock? Ich weiß es immer noch nicht so genau…

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3 Antworten zu “Große Momente der Weltgeschichte

  1. 1. Francoiz Breut – Over All (All-time No. 1)
    2. Funny van Dannen – Nana Mouskouri (Für heute)
    3. Die Ärzte – Opfer (Für früher)
    4. Kool Savas – Schwule Rapper (Für den hinter der Fassade)
    5. Himno Nacional del Ecuador, versión tocado en el ITA-LAM cada lunes (für Ecuador)

  2. 1. 2Pac – „Changes“ (Symbol für meine Rückkehr aus Frankfurt nach Hamburg und allem was darauf folgte – Ergebnis siehe heute – )
    2. David Bowie – „Little China Girl“
    ( Mein absoluter Lieblingssong aus den mir heute noch sehr wichtigen 80ern)
    3. Die Fantastischen Vier – „Frohes Fest“
    (Kein Weihnachten ohne frohes Fest)
    4. Rage against the machine – „Bombtrack“ (Meine Entdeckung des Cross Over und Karrierestart als Festival-Aktivist)
    5. Ice-T – „I’m your pusher“ (Mein erstes echtes Rappervorbild)

  3. ei ei, sind natürlich immer höchst kontrovers diese listen…aber aber, hier auch mal ein versuch:

    1. Prince – „Purple Rain“ (Schieber Song, aber auch einfach geil)
    2. Red Hot Chili Peppers – „Californication“ (Rockt einfach)
    3. Beastie Boys – „Sabotage“ (für den kleinen immer noch lebendigen Rebell in mir)

    Zwei andere muss ich noch überlegen…

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