Randnotizen aus dem Niedergang

Wie recht ich doch mit meinem letzten Eintrag hatte. Vor einigen Wochen sprach ich vom Höhepunkt meiner Schaffenszeit – und wie es sich für einen richtigen Höhepunkt gehört, folgte anschließend der Abstieg. Sämtliche Kreativität in mir erschlaffte. Könnte natürlich auch mit der Hühnergrippe zu tun haben, die ich aus Ägypten eingeschleppt hatte. Dazu ein kleiner Dialog, der sich in der letzten Woche meines Resturlaubs im hustenden Fieberwahn abspielte:

Arzt: „Wo waren Sie denn im Urlaub?“
Ich: „In Ägypten“
Arzt: „Okay – und was haben Sie vorher an Prophylaxe gemacht?“
Ich: „Ähh, Prophylaxe? Musste man das?“
Arzt: „Okay, hier könnte man sich jetzt Sorgen machen…“

Auf diese Kommentare eines Weißgekittelten kann ich als überzeugter Hypochonder eigentlich gut verzichten. Ich hab mich zuhause aber zusammengerissen und nur einmal nach den Stichwörtern „Malaria Symptome“ gegoogelt. Fühlte mich aber nicht als Zielgruppe und besann mich auf die alte Weisheit „Was von alleine kommt, geht auch von alleine“.

Der Husten ist bis heute zwar nicht wirklich verlustig gegangen, dafür aber hat sich wie bereits angedeutet die Kreativität verabschiedet. Insofern haben die Medikamente doch was bewirkt.

In früheren Zeiten hatte ich bei plötzlich auftretenden Kreativitätsengpässen immer noch ein knuffiges Flickr-Bild posten können. Sah dann immer noch irgendwie künstlerisch wertvoll aus. Aber seitdem ich feststellen musste, dass mein Jahrhundertfoto „Take it“ (ein bildliches Fanal gegen Klimakiller und Armutsexporteure) nicht wie erwartet mit dem Preis „Pressefoto des Jahres“, sondern lediglich mit ausufernder Nichtbeachtung bedacht wurde, bin ich als ehemals überzeugter Flickr-Jünger doch vom Glauben abgefallen. In der Tat hatten die Ketzer recht – auch ich muss jetzt eingestehen: Tierbabys gehen immer.

Also weiche ich jetzt zwangsläufig auf das Feigenblättchen namens „Psycho-Test“ aus, um diesem Post noch eine inhaltliche Wendung zu geben. Habe nämlich bei der Kollegin Konradi das coole Analyse-Tool „Welcher Peanuts-Charakter bist Du?“ entdeckt. Das Ding scheint wirklich was zu taugen – schließlich ist richtig diagnostiziert worden, dass ich Charlie Brown himself bin. Damit ist eigentlich alles gesagt…

Charlie Brown

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