Monatsarchiv: Oktober 2007

Aufgabe 10 von 10: Reden mit der Randgruppe

Okay, folgende Situation (vielleicht in einem Assessment-Center, letzte Runde, nur noch zwei Mitbwerber):
Stellen Sie sich vor, Sie wären eine mäßig aussehende Bedienung in einer früher mal angesagten Cocktailbar. Sie sind nicht gerade Eva Mendez, sondern eher so Typ Hammerbrook-Queen… also dort tätowiert, wo gut erzogene Hanseatinnen sonst Bikini-Streifen haben. Die Bar ist mittlerweile nicht mal mehr halbvoll. Die wenigen gut aussehenden Typen haben sich vor drei Stunden verabschiedet. An der Theke sitzt nur noch ein mäßig nüchterner Bebrillter im Holzfäller-Hemd. Wie fangen Sie jetzt einen Smalltalk an, um wenigstens noch ein halbwegs anständiges Trinkgeld rauszuschlagen? Lassen Sie sich ruhig 5 Minuten Zeit…

 Sehr gut! Natürlich gibt es die volle Punktzahl für die keck gestellte Frage „Kennst Du Dich mit Computern aus? Lohnt sich eigentlich dieser 500-Euro-Laptop aus der Media-Mark-Werbung?“ Der Nerd ist dankbar, fühlt sich verstanden und blüht erstmals am Abend richtig auf. Ihre Antwort verrät mehr als einen Anflug von Schwarmintelligenz, „Social skills“ müssen Sie nicht extra in der Wikipedia nachschlagen!

Ich hab ihr übrigens davon abgeraten. Das Teil ging gar nicht!

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Reisebericht Cancun: Vorsicht, bissige Affen am Strand!

Wenns für Ängste Geld geben würde, könnte ich jeden Tag mit Champagner meinen Rasen sprengen und mit Kaviar meine Reifen flicken. Ganz schlimm sind ja meine Panikattacken beim Arztbesuch. Von überdimensionierten Spritzen fang ich hier gar nicht erst an. Ich krieg ja schon beim Anblick einer Blutdruckmanschette Schweißausbrüche, beim Pulsmessen halt so richtig Puls. Und wie es sich für einen ordentlichen Profi-Schisser gehört, hab ich natürlich auch Flugangst. Wie passend, dass ich Anfang November gen Kalifornien abhebe…

Und eine Angst-Neurose wird auch erst dann richtig schön, wenn man sie schon vor dem eigentlichen Happening intensivst ausleben kann. Also träume ich schon seit einigen Wochen regelmäßig von bizarren Fernreisen voller traumatischer Erlebnisse. Heute nacht war’s aber zur Abwechslung mal ganz schön, ich war zu Gast in Cancun. Ich kann die Reise nach Mexiko wirklich wärmstens empfehlen: Tolle Strände, kräftige Brandung, nette Lokale und mit dem Bus lässt sich das von Adlern dominierte Hinterland günstig und einfach erkunden. Lediglich der militärische Absperrzaun um unsere Ferienanlage und die teilweise recht aggressiven Affen am Strand fielen mir negativ auf. Ich hab leider den genauen Namen meines Resorts nicht erträumen können, sonst hätte ich die vielen kleinen Details wie das Badezimmer mit den zwei Türen ausführlichst bei holidaycheck beschrieben.

Eigentlich brauch ich gar nicht mehr richtig in den Urlaub fahren; mein Traum war so intensiv – ich fühlte mich am Morgen richtig erholt. Dabei hätte ich mich selbst im Schlaf eigentlich wundern sollen, dass ich dort zufällig auf einen alten Studienkumpel traf, dessen letzter Großurlaub eine halbtägige Butterfahrt nach Dänemark war… aber ich war wohl zu sehr damit beschäftigt, vor den Bissen der Affen in die rettende Brandung zu fliehen…