Die Steigerung von peinlich oder Nicht viel besser als im HVV-Bus zu weinen

Wenn die Sesamstraßen-Schreiber, Maus-Macher oder sonst andere Erklärbären mal die Steigerung von „peinlich“ anschaulich darstellen wollen, hätte ich da ein Rührstück aus der vergangenen Nacht anzubieten.

Und zwar ereignete es sich nach dem (dank Zaubermaus Olic durchaus unterhaltsamen) DFB-Pokalspiel HSV-Freiburg. Die vielen armen Knilche, die wir trafen, die von ihren Freundinnen zum Take-That-Konzert mitgeschleift wurden, lass ich hier mal unerwähnt… ich denke, denen war das eh schon unangenehm genug, von den HSV-Fans im Shuttle-Bus mitleidig angegrient zu werden.  Nein, die erste Peinlichkeit nahm ihren Lauf, als wir in Stellingen in die Buslinie 22 einsteigen wollte und der Busfahrer sich spontan überlegte, dass er ja einfach mal die hintere Tür schließen könnte, während die Leute noch einsteigen. Auf den Protest meines schwer angetrunkenen leicht angeheiterten Kumpels, reagierte er eher wenig gelassen mit wüstem Fluchen, martialischen Drohgebärden und letzlich dem Androhen von Schlägen. Mit anderen Worten: echt peinlich! Wir entschieden uns gegen eine direkte Konfrontation, sondern für kopfschüttelndes Fremdschämen und verzogen uns grinsend in eine hintere Ecke des komfortablen HVV-Gefährts.

Das Grinsen verging uns aber in Stufe 2: Denn noch peinlicher ist es, wenn man nach so einer Aktion erkennt, dass man verkehrt eingestiegen ist und mit der 22 in die falsche Richtung fährt. Wir also schnell per Knopfdruck unseren unbedingten Willen zum Ausstieg bekundet und – das konnten wir uns nicht verkneifen, Geißel Alkohol sei Dank! – unter großem Gefeixe in Richtung Busfahrer an der nächsten Station ausgestiegen.

Das hatte ja auch noch etwas komisches, dachten wir so bei uns, als wir knapp zehn Minuten auf der anderen Straßenseite auf den nächsten 22er in die richtigen Richtung  warteten. Das Ende der Komikfahnenstange aber nahte: Wie der geneigte Leser sich vielleicht denken kann, ist es echt am peinlichsten, wenn man beim Einsteigen registrieren muss, dass es sich wieder um denselben Busfahrer handelt, der bereits auf seiner Rücktour war. Er erkannte natürlich seine Spezies mit den HSV-Zipfelmützen, verpasste uns aber wider Erwarten keine Schellen, sondern gab uns nur ein paar gutgemeinte Sprüche mit auf den Weg. An Brocken wie „Jetzt aber mal die Fresse halten“ oder „Haltet Euren Kumpel jetzt mal schön am Schlüpper fest“ konnte ich mich heute morgen leider noch erinnern.

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2 Antworten zu “Die Steigerung von peinlich oder Nicht viel besser als im HVV-Bus zu weinen

  1. Ich weiß schon warum ich mit Euch nicht Bus fahre 🙂

  2. das is wirklich ne geile geschichte! 🙂 hihihihi, ich lach mich kaputt und hätt gern eure gesichter gesehen (und natürlich das vom busfahrer…)

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