Aufgabe 10 von 10: Reden mit der Randgruppe

Okay, folgende Situation (vielleicht in einem Assessment-Center, letzte Runde, nur noch zwei Mitbwerber):
Stellen Sie sich vor, Sie wären eine mäßig aussehende Bedienung in einer früher mal angesagten Cocktailbar. Sie sind nicht gerade Eva Mendez, sondern eher so Typ Hammerbrook-Queen… also dort tätowiert, wo gut erzogene Hanseatinnen sonst Bikini-Streifen haben. Die Bar ist mittlerweile nicht mal mehr halbvoll. Die wenigen gut aussehenden Typen haben sich vor drei Stunden verabschiedet. An der Theke sitzt nur noch ein mäßig nüchterner Bebrillter im Holzfäller-Hemd. Wie fangen Sie jetzt einen Smalltalk an, um wenigstens noch ein halbwegs anständiges Trinkgeld rauszuschlagen? Lassen Sie sich ruhig 5 Minuten Zeit…

 Sehr gut! Natürlich gibt es die volle Punktzahl für die keck gestellte Frage „Kennst Du Dich mit Computern aus? Lohnt sich eigentlich dieser 500-Euro-Laptop aus der Media-Mark-Werbung?“ Der Nerd ist dankbar, fühlt sich verstanden und blüht erstmals am Abend richtig auf. Ihre Antwort verrät mehr als einen Anflug von Schwarmintelligenz, „Social skills“ müssen Sie nicht extra in der Wikipedia nachschlagen!

Ich hab ihr übrigens davon abgeraten. Das Teil ging gar nicht!

Advertisements

Reisebericht Cancun: Vorsicht, bissige Affen am Strand!

Wenns für Ängste Geld geben würde, könnte ich jeden Tag mit Champagner meinen Rasen sprengen und mit Kaviar meine Reifen flicken. Ganz schlimm sind ja meine Panikattacken beim Arztbesuch. Von überdimensionierten Spritzen fang ich hier gar nicht erst an. Ich krieg ja schon beim Anblick einer Blutdruckmanschette Schweißausbrüche, beim Pulsmessen halt so richtig Puls. Und wie es sich für einen ordentlichen Profi-Schisser gehört, hab ich natürlich auch Flugangst. Wie passend, dass ich Anfang November gen Kalifornien abhebe…

Und eine Angst-Neurose wird auch erst dann richtig schön, wenn man sie schon vor dem eigentlichen Happening intensivst ausleben kann. Also träume ich schon seit einigen Wochen regelmäßig von bizarren Fernreisen voller traumatischer Erlebnisse. Heute nacht war’s aber zur Abwechslung mal ganz schön, ich war zu Gast in Cancun. Ich kann die Reise nach Mexiko wirklich wärmstens empfehlen: Tolle Strände, kräftige Brandung, nette Lokale und mit dem Bus lässt sich das von Adlern dominierte Hinterland günstig und einfach erkunden. Lediglich der militärische Absperrzaun um unsere Ferienanlage und die teilweise recht aggressiven Affen am Strand fielen mir negativ auf. Ich hab leider den genauen Namen meines Resorts nicht erträumen können, sonst hätte ich die vielen kleinen Details wie das Badezimmer mit den zwei Türen ausführlichst bei holidaycheck beschrieben.

Eigentlich brauch ich gar nicht mehr richtig in den Urlaub fahren; mein Traum war so intensiv – ich fühlte mich am Morgen richtig erholt. Dabei hätte ich mich selbst im Schlaf eigentlich wundern sollen, dass ich dort zufällig auf einen alten Studienkumpel traf, dessen letzter Großurlaub eine halbtägige Butterfahrt nach Dänemark war… aber ich war wohl zu sehr damit beschäftigt, vor den Bissen der Affen in die rettende Brandung zu fliehen…

Abkürzungen und Erkenntnisse

Einmal muss man sich seinen ich mich meinen Ängsten stellen. Okay, ich hätte den ganzen Tag nichts anderes zu tun, wenn ich an solche Sprüche glauben würde. Aber heute hab ich dem alten Kollegen Schisser mal ins Gesicht gelacht – und bin einen alten Feldweg entlang geradelt, der für mich 36 Jahre lang Sperrgebiet war. Sah für mich immer aus wie eine Jogging-Strecke gelangweilter Orks. Ein ausgelatschter Trampelpfad der Vietcong wirkte dagegen wie der Broadway an Silvester.  Heute ich also Augen zu und durch. Streng genommen blieb mir keine andere Wahl… hatte mein radelndes Trainingspensum nach dramatischen Zwischenfällen doch merklich abgenommen und ich war auf meiner heimischen Bergetappe kurz vorm Zusammenklappen. Eine Abkürzung musste her. Ich also ohne zu blinken rechts in die Allee der Angst rein – und die ersten Meter waren so schlimm wie befürchtet. Ein sumpfiger, morastiger Weg, der direkt nach Mordor zu führen schien. Als ich kurz davor war, wieder umzudrehen, sah ich aber zu meiner eigenen Überraschung schon die ersten mir bekannten Häuser. Mordor musste warten, good old Zeven hatte mich wieder. Die Abkürzung hatte ihren Namen redlich verdient… wenn ich die Strecke schon früher mal gefahren wäre, hätte ich täglich einige Minuten, monatlich einige Stunden und insgesamt mehrere Jahre wertvolle Lebenszeit einsparen können. Bei konsequenter Nutzung dieser Abkürzung wär ich jetzt wahrscheinlich einige Jahre jünger und könnte mich jetzt noch einmal für mein Erstsemester eintragen. 

Erkenntnis des Tages: Der gerade Weg ist nicht immer der kürzeste. Abkürzungen halten jung. Und meine Kondition ist bei Weitem beschissener als die von Hape Kerkeling am Anfang seines Jakobswegs…   

Aus dem Alter bin ich raus

Ich persönlich finde ja, dass das Kicker-Managerspiel überschätzt wird. Oder um mit „Selig“ zu sprechen: So richtig wichtig ist das nicht.

Dieser Standpunkt hat jetzt natürlich nichts damit zu tun, dass ich am Wochenende richtig abgekackt nicht optimal gepunktet habe, sondern weil ich seit meinem letzten Eintrag mittlerweile reifer geworden bin und aus diesem Alter für Glücksspiele einfach raus bin. Zumindest bis zum nächsten Wochenende… vielleicht fall ich dann bei besserer Punktausbeute in meinem Reifungsprozess auch wieder ein wenig zurück…

Kicker-Team

Immerhin: Der HSV hat gewonnen und kein Spiel für die Tonne abgeliefert. Aber ich werde meine neu erlangte Reife abermals demonstrieren und bei der Kollegin nicht weiter in der Wunde rumprökeln. Weder ein Kommentar zu Klimo, Kuba & Co. noch zu Lauth oder Beinlich. Ein Punkt ist schließlich besser als wie nix 😉

Endlich wieder: Mannschaft aufstellen!

Die Zeit der Vorbereitung ist vorbei – ab heute gehts wieder um Punkte… in der Bundesliga – und vor allem beim Kicker-Managerspiel. Nie war die Vorbereitung härter – UI-Cup ist nix dagegen. Schließlich mussten insgesamt vier Interactive-, vier Classic-Mannschaften sowie ein Zweitliga- und ein Pro-Team aufgestellt werden. Das Projekt „Doppelte Titelverteidigung“ entpuppte sich in der Tat als intensiver Zeitkiller, der mich im Büro nach Feierabend etliche Stunden gekostet hat. Da muss die ran-Datenbank bis 1997 ausgewertet werden, die Talente aus Gabun und Japan anhand lokaler Zeitungsberichte bewertet und die Konkurrenz mit abfälligen Sprüchen über ihre Spielerauswahl frühzeitig demoralisiert werden. (Letzteres fällt natürlich leicht, wenn sich eine Kollegin frühzeitig zu Benny Lauth bekennt. Ich sag nur: eine Konkurrentin weniger…)

Aber genug der Sprüche – wichtig is ufn Platz… Zum Einstimmen daher eine schöne Cover-Version des ultimativen Fußballlieds mit stimmungsvoller Handy-Untermalung, schön schräger Einstellung, unwilligen Gesangspartnern und leichten Textschwierigkeiten. Und jetzt alle: „Wer wird Deutscher Meister? H-H-H-HSV!“

Statt Mareile und Gülcan jetzt Kloß und Spinne

Gerade beim Herrn Knüwer Kluges über die Zerstörung des Fernsehens gelesen – und mich trotz des drohenden Flimmer-Untergangs über schöne Alternativen wie die Abenteuer von „Kloß und Spinne“ gefreut. Ruhig mal reingucken!

Mein größter Tag

Jetzt, nachdem Christine Frau Konradi sich als singende Seelenverwandte geoutet hat, brauch ich ja nicht mehr mit meinem geheimen Hobby hinterm Berg zu halten. Auch ich fühle mich zur musikalischen Lautgabe hingezogen … und mache das nicht nur unter der Dusche oder „aus Versehen“ in der U-Bahn – sondern hatte auch mit meinem professionell angehauchten Chor schon einen großen Auftritt. Ich hab den mal ganz rampensäuisch bei Youtube hochgeladen. Wer mich nicht persönlich kennt: Ich bin der mit dem weißen Hemd, der nachher auch noch eine kesse Sohle aufs Parkett legt!